Der Unterschied zwischen den Labels und den Zertifizierungsstellen.

Zertifizierungsstellen sind Unternehmen oder Verbände, die überprüfen, ob alle Bedingungen für die Erlangung eines der erwähnten Labels erfüllt sind. Die Label-Organisationen selber sind nicht in die Überprüfung involviert, da sie befangen sein könnten.

Die bekanntesten Kontrollstellen sind:

Ecocert ist die Kontroll- und Zertifizierungsstelle für das Cosmébio-Label.

Qualité France überprüft ebenfalls, ob die Anforderungen von Cosmébio erfüllt werden, wendet aber noch strengere Richtlinien an.

Eco-control ist die Zertifizierungsstelle für das BDIH- und das Natrue-Siegel.

NOP ist eine amerikanische Organisation, welche die Übereinstimmung mit den europäischen Bio-Normen überprüft. Sie zertifiziert momentan ausschliesslich die Rohstoffe und deren Lieferanten.

Für die grösste Verwirrung sorgt wohl der Pionierverband Ecocert. Das Ecocert-Logo wird oft fälschlicherweise mit der Bezeichnung „Bio“ gleichgesetzt. Die Unklarheiten bezüglich der „Bio“-Bezeichnung bringen die Glaubwürdigkeit der gesamten Bio-Branche in Gefahr.


Die Labels.

COSMEBIO

Französischer Fachverband für ökologische und biologische Kosmetik. 

In dieser Vereinigung sind Akteure aus der gesamten Kosmetikbranche vertreten:

- Lieferanten von Roh- und Inhaltsstoffen, Kosmetikhersteller, Kosmetiklabors, Vertreiber und Händler. 

Alle diese Akteure engagieren sich für eine natürliche und biologische Kosmetik. Um die Mitgliedschaft und die Logos für „ökologische und biologische Kosmetik“ zu erlangen, muss man durch eine unabhängige Kontrollstelle zertifiziert worden sein. Die Zertifizierung beruht auf einem strengen Pflichtenheft, das Teil der Richtlinien von Cosmébio ist und 2003 vom französischen Industrieministerium anerkannt wurde. 

Damit ein Hersteller ein Label erlangen und auf seinen Produkten anbringen kann, muss er Mitglied bei Cosmébio sein und sowohl die Endprodukte als auch den Herstellungsprozess durch Ecocert oder Qualité-France zertifizieren lassen.

*Die Laboratoires KART Suisse SA sind seit 2005 Mitglied bei COSMEBIO.

 

DIE ZIELE VON COSMÉBIO SIND KLAR UND UMFASSEND:

- Garantiert giftfreie und wirksame Kosmetik- und Hygieneprodukte aus nachgewiesen natürlichen und biologischen Inhaltsstoffen für unsere Konsumenten; Respekt vor Mensch, Tier und Umwelt; transparente Information über die Inhaltsstoffe und die Herstellungsverfahren.

- Förderung der ökologischen und biologischen Kosmetikbranche durch Information und Ausbildung der Mitglieder und durch den Schutz der Konsumenten.

Um möglichst grosse Transparenz zu erreichen, hat Cosmébio ein Regelwerk herausgegeben. Es soll ein klares und einfaches Konzept für eine authentische und natürliche Kosmetik bieten und gewisse Grundprinzipien festhalten. Das Regelwerk betrifft die Inhaltsstoffe, deren Herkunft, Gewinnung und Verwaltung, die Herstellungsmethoden der Produkte, die Rückverfolgbarkeit und die Umweltverträglichkeit.

Cosmébio vergibt zwei verschiedene Labels: Das Eco-Label und das strengere Bio-Label. Sie sind an die folgenden Zusammensetzungen gebunden; Cosmébio unterscheidet die Inhaltsstoffe nach ihrer Herkunft :

 

Inhaltsstoffe natürlicher Herkunft

Inhaltsstoffe pflanzlicher Herkunft

Inhaltsstoffe biologischer pflanzlicher Herkunft

Inhaltsstoffe tierischer Herkunft

Inhaltsstoffe biologischer tierischer Herkunft

Inhaltsstoffe synthetischer Herkunft

 

Für diese Stoffgruppen gelten komplexe Regeln und ihre Bezeichnungen sind etwas irreführend.

 

Inhaltsstoffe synthetischer Herkunft bezeichnen hier natürliche Inhaltsstoffe, die jedoch chemisch verarbeitet werden müssen, damit sie überhaupt verwendet werden können. Diese chemische Verarbeitung ist strikt reglementiert und es sind nur wenige Verfahren zugelassen. Ein so verarbeiteter Rohstoff, der jedoch immer noch so naturbelassen wie möglich ist, gehört also in die Kategorie „synthetisch“. 

 

Inhaltsstoffe tierischer Herkunft sind von Tieren produzierte Produkte wie Bienenwachs usw. Die Verwendung von Stoffen aus lebenden oder toten Tieren ist klar verboten.

 

Inhaltsstoffe nicht-biologischer pflanzlicher oder tierischer Herkunft gehören zu den zertifizierbaren Stoffen (siehe Schemata oben). Sie dürfen bei den Produkten mit Eco-Label höchstens 50 % und bei den Produkten mit Bio-Label nur gerade 5 % des gesamten Inhalts ausmachen.

Zertifizierbare Stoffe sind biologischer oder nicht-biologischer pflanzlicher oder tierischer Herkunft.

 

Inhaltsstoffe natürlicher Herkunft sind Stoffe, die in einem sanften und schonenden Verfahren gemäss den Bedingungen im Pflichtenheft gewonnen werden. (z. B. Fermentation, Hydratation, Veresterung etc.). Auch Wasser gehört zu den Stoffen natürlicher Herkunft.

 

Inhaltsstoffe biologischer Herkunft schliesslich stammen aus biologischem Anbau. Sie werden im Pflichtenheft von Cosmébio klar bevorzugt und müssen bei Eco-Produkten mindestens 5 %, bei Bio-Produkten mindestens 10 % des Inhaltes ausmachen.

Was das bei den pflanzlichen Stoffen bedeutet, ist offensichtlich. Für die tierischen Stoffe heisst es, dass die Tiere mit biologisch angebauten Pflanzen gefüttert oder versorgt werden müssen. Unter diesen Voraussetzungen werden etwa Milch oder Honig bio-zertifiziert.

 

Ein biologischer pflanzlicher oder tierischer Inhaltsstoff zählt bei der Zusammensetzung des Produkts gleichzeitig als biologischer und als natürlicher Stoff. Das bedeutet, dass ein 100-prozentig biologisches Produkt gleichzeitig auch 100-prozentig natürlich ist.

Nach der gleichen Überlegung ist ein nicht-biologischer Inhaltsstoff tierischer oder pflanzlicher Herkunft gleichzeitig ein Stoff natürlicher Herkunft.

 

  • Ist die Klassifizierung der Stoffe einmal festgelegt, ist die Zusammensetzung einfach :
  1. Jedes Produkt muss mindestens zu 95 % aus natürlichen Stoffen bestehen (und darf höchstens 5 % synthetische Stoffe enthalten).
  2. Jedes Produkt muss mindestens zu 5 % (beim Eco-Label) bzw. zu 10 % (beim Bio-Label) aus Stoffen aus biologischem Anbau bestehen. 
    Diese zwei einfachen Grundregeln und die biologischen Inhaltsstoffe müssen zur Information der Konsumenten auf der Verpackung angegeben werden.

    Die dritte, für Laien etwas kompliziertere Regel, muss nicht aufgeführt werden. Sie lautet:
  3. Von allen enthaltenen zertifizierbaren Stoffen müssen mindestens 95 % biologischer Herkunft sein.

Diese Regel betrifft folglich nicht alle Inhaltsstoffe, sondern nur die Inhaltsstoffe biologischer und nicht-biologischer pflanzlicher und tierischer Herkunft. 

Konkret heisst das, dass man jeweils 0.5 % nicht-biologische pflanzliche oder tierische Stoffe mit rund 10 % biologischen Stoffen kompensieren muss.

Oder mathematisch ausgedrückt: 10 / (10 + 0.5) = 0.952 = 95.2 % > die geforderten 95 %

Cosmébio schreibt auch vor, dass die Produktdeklaration gut lesbar sein muss, Prozentangaben für Stoffe biologischer und natürlicher Herkunft enthalten und angeben muss, ob es sich dabei um biologische oder nichtbiologische Stoffe handelt.

 

 

BDIH

Bundesverband Deutscher Industrie Handelunternehmen.

Der BDIH ist ursprünglich eine Vereinigung der Pharmazie und der Industrie, die in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Hygiene tätig ist. Der 1951 in Deutschland gegründete Verband hat bei der Zertifizierung von Naturprodukten Pionierarbeit geleistet. Im Jahr 1996 entwickelten die Mitglieder des BDIH in Zusammenarbeit mit Kosmetikherstellern Richtlinien für kontrollierte Naturkosmetik. Heute erfüllen mehr als hundert Unternehmen die Qualitätsbedingungen für Kosmetik des BDIH und mehr als 3000 Produkte tragen das BDIH-Prüfsiegel. 

Der BDIH konzentriert sich auf die Natürlichkeit der Produkte und sein Prüfsiegel ist ein sicheres Erkennungszeichen für Naturkosmetikprodukte. Die Regeln des BDIH unterscheiden sich grundlegend von den Cosmébio-Richtlinien. So gibt es keine Vorschriften über den prozentualen Anteil der Inhaltsstoffe. Die Regeln für dieses Label sind sehr einfach.

Alle verwendeten Inhaltsstoffe müssen auf der Liste der vom BDIH zugelassenen Stoffe sein. Diese Liste ist vor allem im Bezug auf die Tenside und die Konservierungsstoffe einschränkender als andere Labels. Es können neue Stoffe in die BDIH-Liste aufgenommen werden, diese müssen aber auf jeden Fall rein natürlich sein. Die Kategorie der bearbeiteten natürlichen Stoffe, die bei Cosmébio „synthetisch“ genannt werden, gibt es bei diesem Label nicht.

Es gibt folglich kaum zugelassene Konservierungsstoffe und Tenside. Auf der Verpackung müssen nur allfällige Konservierungsstoffe angegeben werden. Es existieren auch keine Richtlinien für die Abfallentsorgung und für die Reinigungsprodukte. Dies liegt im alleinigen Ermessen der Unternehmen.

 

DAS BDIH-PRÜFSIEGEL REGELT AUSSCHLIESSLICH DEN INHALT DER PRODUKTE.

 

Es liegt auf der Hand, dass Stoffe, die nicht natürlicher Herkunft sind, nicht zugelassen sind. Es sind keine organischen oder synthetischen Farbstoffe, keine synthetischen Aromastoffe, ethoxylierten Rohstoffe, Silikone, keine Mineralöle oder anderen Erdölprodukte zugelassen.

Mit dem BDIH-Label versehene Produkte enthalten natürliche Substanzen wie hochwertige pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Pflanzenextrakte, Blütenwasser oder ätherische Öle sowie kontrollierte Wildpflanzen. 

Das Logo ist durch ein Piktogramm deutlich gekennzeichnet. So ist es immer leicht zu erkennen, auch wenn der Text in unterschiedlichen Sprachen verfasst sein kann.

Zurzeit tragen mehr als 60 Produkte der Laboratoires KART Suisse SA das BDIH-Prüfsiegel.

 

 

Other labels.

Die anderen Labels sind nur wenig bekannt, deshalb gehen wir hier nicht weiter auf ihre Richtlinien ein.

Es soll jedoch demnächst ein europäisches Label geschaffen werden. Es soll die Konflikte zwischen den verschiedenen Organisationen bereinigen und dem Konsumenten die Orientierung erleichtern. Die Richtlinien dazu stehen noch nicht fest.

Als Mitglied von Cosmébio und vom BDIH können wir bei gewissen Punkten mitreden. Wir bemühen uns, diese neue Initiative im Sinne unserer Überzeugungen mitzugestalten.

Zurzeit wird eine beachtenswerte Roadmap für die Schaffung dieses Labels erstellt. Es soll mittel- und langfristig strenge Regeln und zusätzliche Qualitätsgarantien beinhalten. Die Gespräche werden aber noch andauern. Eine ideale Harmonisierung der verschiedenen Labels kann nur in einem langsamen Prozess erreicht werden. Man kann aber demnächst mit dem Erscheinen des neuen Labels rechnen.

Wir werden Sie auf unserer Website über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden halten.

 

 

Certifying entities presentation.

 

ECOCERT

Unabhängige Kontroll- und Zertifizierungsstelle.

Ecocert ist eine öffentlich anerkannte französische Zertifizierungsstelle. Sie zertifiziert sei Ende 2002 „ökologische und biologische Kosmetika“. 

Die Ecocert-Richtlinien beruhen auf den Richtlinien von Cosmébio.

Lange Zeit war Ecocert die einzige Zertifizierungsstelle für das Cosmébio-Label. Es gab keine andere Organisation, welche die Einhaltung der Bedingungen dieses Labels überprüfte. Diesem Umstand verdankt Ecocert seinen grossen Bekanntheitsgrad. Die Organisation verfügt heute über mehrere ausländische Zweigstellen, um ihre Position als führende Zertifizierungsstelle halten zu können. 

Ecocert führt jährlich eine Überprüfung durch.

 

 

QUALITÉ-FRANCE

Unabhängige Kontroll- und Zertifizierungsstelle.

Qualité France ist ein öffentliches französisches und international anerkanntes Label. Die unabhängige und staatlich anerkannte Kontroll- und Zertifizierungsstelle überprüft auch Rohstofflieferanten, Nahrungsmittel etc.

Für Kosmetikhersteller wurde ein Regelwerk erarbeitet. Um das „Qualité France“-Logo zu erlangen, müssen sie sich strikt daran halten. Die Kosmetik-Richtlinien von Qualité France werden von Cosmébio anerkannt und Qualité France kann Kosmetikprodukte für das Cosmébio-Label zertifizieren und wie Ecocert das Cosmébio-Label vergeben.

Diese Organisation ist viel weniger bekannt als Ecocert, da sie erst später im Kosmetikbereich tätig wurde. Ursprünglich war Qualité France ausschliesslich in der Lebensmittelbranche tätig. Nichtsdestoweniger sind ihre Richtlinien noch ausführlicher als diejenigen von Cosmébio.

Von den drei Cosmébio-Grundregeln (siehe Abschnitt „Cosmébio“), hat Qualité France die zwei ersten Regeln eins zu eins übernommen. Bei der dritten aber sind ihre Vorschriften noch strenger.

 

QUALITÉ FRANCE LÄSST KEINE ROHSTOFFE AUS KONVENTIONELLER LANDWIRTSCHAFT ZU, WENN EIN ENTSPRECHENDER STOFF AUS BIOLOGISCHEM ANBAU VERFÜGBAR IST.

 

Das heisst zum Beispiel, dass keine nicht-biologischen ätherischen Öle zugelassen sind. Ausnahmen gibt es nur bei technischen Einschränkungen. Wenn ein Bio-Produkt aus technischen Gründen nicht eingesetzt werden kann (weil es z. B. aufgrund der Gewinnungsmethode andere physiochemische Eigenschaften als ein konventionelles Produkt hat und deshalb nicht wie ein solches eingesetzt werden kann), sieht Qualité France eine Sonderregelung vor. In diesem Fall gilt die Richtlinie von Cosmébio. Über diese technischen Einschränkungen und die entsprechenden Sonderregelungen entscheidet ein wissenschaftliches Gremium. Diese strikte Regel ist für den Konsumenten einfacher nachzuvollziehen als die dritte Cosmébio-Regel und bringt den Produkten einen zusätzlichen Qualitätsgewinn.

Aus diesem Grund haben sich die Laboratoires Kart entschieden, mit Qualité France zusammenzuarbeiten. Wir halten uns an ihre präzisen Vorschriften, die noch strenger sind als die COSMEBIO-Regeln.

Qualité France führt zweimal jährlich eine Überprüfung durch, um zu gewährleisten, dass die Richtlinien rigoros eingehalten werden.

 

 

ECO-CONTROL

Eco-control ist die Zertifizierungsstelle für die Produkte mit BDIH-Siegel. Sie hält sich an die BDIH-Richtlinien und führt jährlich eine eintägige Überprüfung durch, um die Einhaltung der Bedingungen zu gewährleisten. Sie ist auch berechtigt, die Richtlinien der neueren Natrue-Labels zu kontrollieren.